Der Waldpferdehof liegt im östlichen Brandenburg und betreibt auf 50 Hektar hauptsächlich Ackerbau, aber auch eine Gemüse Solawi. Der Betrieb liegt in einer der trockensten Regionen Deutschlands und hat sich entschlossen, Praxisbetrieb im NetzwerkWasserAgri zu werden. Zur Dürreprävention wurde auf einer Fläche des Waldpferdehofs ein Agroforstsystem im Keyline Design umgesetzt, wodurch mehr Wasser in der Landschaft gehalten werden soll.

 „Man denkt zwar, es wäre gut gewesen, hätte man vor zehn Jahren schon angefangen. Aber du bist immer im Jetzt. Und jetzt müssen wir einfach starten.“

Carmen Becker, Waldpferdehof

Keyline Design ist ein komplexes Gestaltungskonzept, dass die Wasserhaltefähigkeit und das Mikroklima entlang sogenannter Schlüssellinien verbessern soll – in unserem Fall durch geplante Gehölzpflanzungen. Dabei werden die natürlichen Gefälle von Hängen genutzt, um Wasser dorthin zu transportieren, wo es gebraucht wird. Das Pflanzmuster verhindert den Oberflächenabfluss, sodass Niederschläge bestmöglich versickern. Das Wasser bleibt auf der Fläche, versorgt die Pflanzen und steht für die Grundwasserneubildung zur Verfügung. Das Design erstellte Keyline-Planer Philipp Gerhardt.

Die Bäume werden als landwirtschaftliche Kulturen in die Landwirtschaft integriert und produzieren Holz oder Früchte, die vermarktet werden können. Entschieden haben sich die Betriebsleiter Carmen Becker und Jan Sommer für verschiedene Sorten Walnüsse, Esskastanien und Haselnussbäume in vier Reihen. Zudem wurden Mulden und Wälle zur Wasserretention angelegt, auf dem Waldpferdehof natürlich mit echten Pferdestärken.

Das Pflanzgut wurde zum einen von der Baumschule Resilia Klimabäume geliefert. Resilia bietet Bäume mit speziell trainierten Wurzeln an. Diese wurzeln tiefer und sind besonders für trockenheitsgefährdete Standorte geeignet. Zum anderen lieferten die Experten der Walnussmeisterei geeignete Sorten, die auch angesichts eines möglichen Befalls durch die Walnussfruchtfliege Erträge bringen. Der Waldpferdehof möchte eigens für die Keyline-Pflanzung auch Hühner und einen Mobilstall in den Betrieb aufnehmen. Diese bieten nicht nur neue Einkommensmöglichkeiten, sie fressen auch die gefährlichen Schädlinge. Die Flächen werden so angelegt, dass sie abschnittsweise von Hühnern beweidet werden können.

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