Landwirt Mark Dümichen bewirtschaftet einen Ackerbaubetrieb im Niederen Fläming südlich von Berlin. Der Standort ist von extremer Trockenheit geprägt. Ein Einfach-Weiter-So ist keine Option für die örtlichen Betriebe. Mark Dümichens Wirken dreht sich deswegen immer um den Aufbau seiner Böden. Schon seit 2007 arbeitet er mit dem Direktsaatverfahren. Bei diesem Anbausystem wird das Saatgut direkt in den unbearbeiteten, mit Pflanzen und Pflanzenresten bedeckten Boden abgelegt. Dies erhöht die Wasserspeicherkapazität und steigert die Bodenfruchtbarkeit durch Humusaufbau. Außerdem wird die Umwelt geschont und die Artenvielfalt in Fauna und Flora erhalten.

Zusätzlich werden Fruchtfolgen mit obligatorischen Zwischenfrüchten, auch im Winter, umgesetzt. Auch erzeugt Mark Dümichen eigene kompostierte Erde aus Holz, Laub und Stroh. Diese dient den Böden als Grundstoff, der die Umbildung in Gang setzen soll. Um die biologische Aktivität zu erhalten, wird die Erde auf den Flächen ausgebracht, aber auf keinen Fall eingearbeitet.

Auch Agroforstsysteme sind für Mark Dümichen ein wichtiger Baustein angesichts der aktuellen Herausforderungen. Im Frühjahr 2021 wurden Agroforstpflanzungen auf seinen Flächen mit 14.000 Pappeln und Robinien etabliert.

Die gepflanzten Bäume konnten trotz Trockenheit größtenteils anwachsen, mussten aber öfter gegossen werden. Die Baumstreifen stehen auf einer reinen Sandfläche mit dreißig Bodenpunkten. Das Agroforstsystem soll hier den Wind bremsen, das Mikroklima positiv beeinflussen und das Wasser lenken. Die Streifen stehen in einer Senke, in der Wasser unterirdisch vorhanden ist. Agroforstplaner Philipp Gerhardt plante die Pflanzung so, dass das Wasser durch die Bäume in die Ackerbauflächen gezogen wird. Dadurch erwartet Mark Dümichen zukünftig höhere Erträge. Geplant wurde die Pflanzung als mittlere Anlage. Nach sechs bis zehn Jahren werden die Bäume geerntet und gehäckselt. Die Kurzumtriebsplantage treibt nach der Ernte wieder aus.