August 12, 2026

Aufstockung für Roots & Robots

Seit Anfang 2025 untersuchen wir gemeinsam mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde (HNEE) und drei brandenburgischen Betrieben, wie die Etablierung von Agroforstsystemen auf trockenheitsgeprägten Standorten am besten gelingt. Für die wissenschaftliche Untersuchung unterschiedlicher Wurzelqualitäten und Bodenhilfsstoffe wurden drei Agroforstsysteme angelegt. Einer der untersuchten Bodenhilfsstoffe: Mykorrhiza-Pilze. Dank der kürzlich bewilligten Projektverlängerung haben wir die Gelegenheit diese nun genauer unter die Lupe zu nehmen.

Untersuchung von Mykorrhiza-Symbiosen in Agroforstsystemen

Der positive Einfluss von Mykorrhiza-Symbiosen auf Bäume ist vor allem aus dem Forst gut bekannt. Das fein und weit verzweigte Pilzmyzel hilft dem Baum, größere Bereiche des Bodens zu erschließen. Dadurch verbessert sich die Nährstoff- und Wasserversorgung. Zusätzlich schützt der Pilz den Baum vor Krankheitserregern und wirkt sich positiv auf die Bodenstruktur aus. Auf landwirtschaftlichen Flächen sind Mykorrhiza-Pilze allerdings seltener anzutreffen als etwa im Wald. Das liegt unter anderem an der intensiven und regelmäßigen Bodenbearbeitung, dem Einsatz von Düngemitteln und längeren Brachzeiten – all das kann sich negativ auf die Pilzgesellschaft im Boden auswirken. Der gezielte Einsatz von Mykorrhiza bei der Pflanzung, so die Hypothese, kann Jungbäume resilienter gegenüber Stress machen und ihren Anwuchserfolg steigern.

Bereits jetzt finden im Rahmen des Projekts regelmäßige Baum-Bonituren statt, die erste Hinweise darauf liefern können, ob sich jene Jungbäume, die zusammen mit Mykorrhiza-Sporen in den Boden gebracht wurden, besser entwickeln als die Kontrollbäume. Doch im Rahmen der Projektverlängerung möchte Dr. Cornelia Rißmann (HNEE) tiefer in die Materie gehen. Sie möchte untersuchen, wie stark die Mykorrhizierung bei den unterschiedlichen Baumarten ausgeprägt ist, wie sie sich über die Zeit verändert und ob sie sich auf andere Pflanzen im Gehölzstreifen oder Acker auswirkt. Färbungen und molekulargenetische Untersuchungen könnten zudem Aufschluss über die beteiligten Pilzarten geben.

Doch neben dem inhaltlichen Fokus auf die Mykorrhizierung wächst das EIP-Projekt "Roots & Robots" dank der Aufstockung noch um einen weiteren Baustein.

"Roots & Robots" beim Forum Agroforstsysteme 2027

Mit dem Forum Agroforstsysteme des DeFAF ist es der HNEE gelungen, die wichtigste Fachveranstaltung der Agroforstszene nach Brandenburg zu holen. Zum 11. Mal werden 2027 aktuelle Forschungsergebnisse von Praktiker*innen, Wissenschaftler*innen, politischen Akteur*innen und Interessierten diskutiert und anhand von Praxisbeispielen vorgestellt. Im Rahmen der dreitägigen Veranstaltung haben wir auch die Gelegenheit "Roots & Robots" vorzustellen. Zudem sollen Exkursionen zu den Agroforstsystemen auf den Flächen unserer Praxispartner angeboten werden. Mit den zusätzlich bewilligten Mitteln wird die fachliche Planung und Umsetzung des Forum Agroforstsysteme durch die HNEE sowie die Unterstützung der Öffentlichkeitsarbeit durch die Klimapraxis gefördert.

Wir freuen uns auf ein weiteres spannendes Projektjahr und darauf, euch auf dem Forum Agroforstsysteme persönlich zu treffen!

Wir bedanken uns für die Förderung des Projekts "Roots & Robots – Bewertung innovativer Methoden zur Etablierung von Jungbäumen in Agroforstsystemen" (2025 - 2028) im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaft (EIP-AGRI) aus Mitteln des Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) mit Unterstützung des Landes Brandenburg.

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