Dauerhafte Bodenbedeckung

Eine möglichst ganzjährige Bedeckung des Bodens kann seine Fähigkeit, Wasser aufzunehmen und zu speichern, deutlich verbessern. Eine Pflanzendecke kann den Aufprall des Regens abmildern, der Boden wird stabilisiert und kann wie ein Schwamm das Wasser aufsaugen. Verschlämmung und Verkrustung werden verhindert.

Grüne Felder

Im Gegensatz zu einem nackten, mehrere Monate im Jahr unbedeckten Boden kann Bewuchs vor Bodenabtrag schützen und damit Wind- oder Wassererosion verhindern. Die Abflussgeschwindigkeiten werden reduziert.

Bewachsener Boden heizt sich deutlich weniger stark auf als brachliegender Ackerboden. Die Evaporation, also die Verdunstung von Wasserauf unbewachsenen Flächen, wird verringert. Die Transpiration als Verdunstung von Sonnenenergie über die Blätter der Pflanzen nimmt zu. Damit erhöht sich auch die erdnahe Verdunstungskühlung durch Wasserdampf. Dies erklärt, warum die Temperaturen an einem heißen Tag auf einem abgeernteten Feld über 40 Grad steigen können, während es im Wald nebenan mit unter 30 Grad deutlich kühler sein kann.

Bodenbedeckung – am besten in Kombination mit Gehölzen - kommt auch dem Bodenleben zugute, denn dieses stellt bei Hitzestress seine Arbeit ein. Studien zeigen, dass Trockenheit und Hitze das Gleichgewicht des Bodenmikrobioms schädigen, Pflanzen werden krank, pathogene Pilze nehmen zu. 

Wie kann im Ackerbau eine dauerhafte Bodenbedeckung umgesetzt werden? Eine Möglichkeit ist der Anbau von Zwischenfrüchten nach der Ernte oder blühenden Untersaaten in der Hauptfrucht, wie im Ökolandbau üblich. Auch vielfältigere Fruchtfolgen und wiederkehrende Bodenruhe mit Kleegras sowie tiefwurzelnde Pflanzen verbessern das Bodenleben und erhöhen die Infiltrationsrate des Bodens.

Wassererosion

Was ist mit Wassererosion gemeint? Es handelt sich um die Gefahr des Bodenabtrags durch Wasser. Die Bodenerosion ist abhängig von der Erodierbarkeit des Bodens und dem Einfluss des Reliefs. Bei einer hohen Erodierbarkeit wie bei Lössböden und einem bewegten Relief, etwa in der süddeutschen Schichtstufenlandschaft, ist die Gefahr eines Bodenabtrags durch Wasser am höchsten. 

Etwa ein Drittel der deutschen Ackerfläche weist eine mittlere bis sehr hohe Erosionsgefährdung auf. So sind die ackerbaulich genutzten Flächen im niedersächsischen Berg- und Hügelland, das sächsische Hügelland mit dem Erzgebirgsvorland, die Neckar- und Tauber-Gäuplatten und das Unterbayerische Hügelland stark gefährdet. 

Für Brandenburgs Jungmoränenlandschaften wird eine mittlere bis hohe Erosionsgefährdung ausgewiesen, ebenso für die Böden in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern. Die Lössböden sind ebenfalls als mittel bis hoch gefährdet einzustufen. Hier treffen Böden mit sehr hoher Erosionsanfälligkeit zumeist auf ein wenig bewegtes Relief.

Besonders betroffen sind Flächen, die durch die konventionelle Bewirtschaftung in Monokulturen und durch Verdichtung aufgrund des Befahrens mit schweren Maschinen nicht über eine poröse Bodenstruktur verfügen. Sie sind daher verhärtet und können größere Regenmengen nicht aufnehmen. Das Wasser sucht sich seinen Weg entlang des Gefälles und nimmt oftmals die kaum vorhandene Humusschicht mit, die damit verloren geht. Oder es bilden sich Pfützen auf dem Acker, die tagelang nicht versickern. 

In der ökologischen Landwirtschaft sind die Flächen in der Regel durch wechselnde Fruchtfolge mit tiefwurzelnden Pflanzen und aktivem Bodenleben sowie einer möglichst permanenten Begrünung wasserdurchlässiger. Doch auch hier kommt es zu Schäden durch Wassererosion, da selbst in Gelände mit nur leichtem Gefälle das Wasser nicht immer auf den Flächen gehalten werden kann.

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